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Die SEG fördert die Zusammenarbeit unter den Entomologinnen und Entomologen. Sie steht sowohl Berufsleuten als auch Interessierten offen. Der Schwerpunkt der SEG liegt bei der Erforschung der einheimischen Insekten.

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Invasive Hornisse erreicht die Schweiz

Ende April wurde die Asiatische Hornisse, ein gefürchteter Räuber von Honigbienen, erstmals in der Schweiz nachgewiesen. Die Imker sind alarmiert.

Asiatische Hornisse attackiert Honigbiene
Bild: Danel Solabarrieta, www.flickr.com, CC BY-SA 2.0

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) wurde Ende April 2017 bei uns gesichtet. Ein Imker fing eine junge, fortpflanzungsfähige Königin bei Fregiécourt (Kanton Jura), wie der Dachverband der Schweizerischen Bienenzüchtervereine, apisuisse, in einer Pressemitteilung festhält. Der Auftreten in der Schweiz kommt freilich nicht überraschend. Seit dem ersten Nachweis im Jahre 2005 in Frankreich hatte sich die invasive Art kontinuierlich weiter ausgebreitet, auch in Richtung unserer Landesgrenze. Die ursprünglich aus China stammende Art hat ihr Areal zudem in Asien beträchtlich erweitert.

Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner und viel dunkler gefärbt als die einheimische Hornisse (Vespa crabro). Im Gegensatz zu dieser jagt sie nur tagsüber andere Insekten, darunter viele Wildbienen, Wespen und Fliegen, wichtige Bestäuber von Kulturpflanzen. Wie alle sozialen Wespen baut sie Papiernester, jedoch oft hoch oben in den Bäumen. Eine Kolonie besteht aus 1000–2000 Arbeiterinnen, welche Ende Herbst nach den ersten Frösten zusammen mit der alten Königin sterben. Den Winter überdauern nur befruchtete, junge Königinnen, die im darauffolgenden Jahr einen neuen Staat gründen.

In Gebieten mit vielen Imkereien sind Honigbienen offenbar die bevorzugte Nahrungsquelle der Asiatischen Hornisse. Im Schwebeflug halten sie direkt for den Nesteingängen nach Bienen Ausschau, welche anschliessend gezielt attackiert werden. Dies kann unter Umständen zu Ausfällen bei einzelnen Bienenstöcken führen, wobei noch ungeklärt ist, welche Rolle andere Faktoren, wie zum Beispiel der gleichzeitige Befall mit Varroa-Milben, spielen. Die Bedrohung für andere Insekten, insbesondere unter den Bestäubern, kann z.Z. noch nicht abgeschätzt werden.

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